Ministranten beim Ratschen in Affaltern

Wie in den vergangenen Jahren gehen unsere Ministranten nach altem Brauch durch Affaltern, um am Karfreitag und in der Osternacht zu den Gottesdiensten zu "rätschen", während Orgel und Glocken schweigen. Die Holzratschen und Klappern ersetzen ab dem Glorialied des Gründonnerstagshochamtes bis zum Gloria der Osternacht die Glocken, die entsprechend einer alten Redensart "nach Rom geflogen sind".


Die Glocken der Kath. Kirche schweigen am Karfreitag und Karsamstag. Der Ursprung liegt darin, dass man an diesen Tagen aus Ehrfurcht vor dem großen Geheimnis des Leidens und Sterbens Christi ganz alte Gottesdiensttraditionen bewahrte. Da Glocken und Orgel erst in späteren Jahrhunderten in den Kirchen Einzug hielten, schweigen sie an diesen Tagen. Das Klappern und Ratschen ist also die Weise, wie man bis ins Mittelalter die Gläubigen zu den Gottesdiensten rief. Der zweite Grund, warum sich dieser Brauch gehalten hat, liegt aber sicher auch an dem tiefen Eindruck, den das Klappern und Ratschen macht. Es lässt an die harten Schläge denken, die Christus getroffen haben, und an den Schrecken des Leidens, den Christus mit uns teilte.


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