Albanusbruderschaft

Was ist das?

Auszug aus der Satzung:

 

Die Gründe für eine Neubesinnung über den Zweck der Bruderschaft lassen sich wie folgt zusammenfassen:

 

1. Die Albanusbruderschaft in Affaltern will das geistliche Leben ihrer Mitglieder fördern.


2. Der Glaube an das Geheimnis der Menschwerdung Gottes ist Fundament des Christseins. Der heilige Alban hat dafür Zeugnis gegeben. Auch wir wollen betrachten und bekennen:

Dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch ist.

 

3. Der Empfang der hl. Eucharistie und die eucharistische Anbetung fördern in besonderer Weise die Begegnung mit dem Herrn. Der Glaube an die Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein ist gleichsam eine Folge seiner Menschwerdung. Auch hier gilt:

Ohne Menschwerdung keine Eucharistie!

Deshalb wollen wir die Eucharistie durch unser Leben ehren.

 

4. Das Gebet für die Kranken soll wieder stärker in unserem Alltag gepflegt werden. Dabei schöpfen wir aus einer bis heute in Affaltern und Umgebung präsenten Volksfrömmigkeit, die die Fürsprache des Heiligen für die Kranken, besonders für an Epilepsie Leidende erbittet.


5. Mit den Werken der Barmherzigkeit (KKK, 2447) wollen wir Zeugnis geben von unserem Glauben an die Mensch-werdung Gottes: „Die Werke der Barmherzigkeit sind Liebestaten, durch die wir unserem Nächsten in seinen leiblichen und geistigen Bedürfnissen zuhilfe kommen. Belehren, raten, trösten, ermutigen sowie vergeben und geduldig ertragen sind geistliche Werke der Barmherzigkeit. Leibliche Werke der Barmherzigkeit sind vor allem: die Hungrigen speisen, Obdachlose beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen und Tote begraben. Unter diesen Werken ist das Almosenspenden an Arme eines der Hauptzeugnisse der Bruderliebe; es ist auch eine Gott wohlgefällige Tat der Gerechtigkeit.“

Banner, Gründertafel und Pfarrkirche St. Sebastian Affaltern

Geschichte

Am 21. Juni 1728 wurde hier bei uns zum ersten Mal das Albanusfest im benachbarten Salmannshofen gefeiert. 1733 wurde dort die Bruderschaft des Heiligen Albanus gegründet. 1758 wurde sie wohl zusammen mit dem Pfarrsitz nach Affaltern übertragen.
St. Albanus gehört zu den ältesten Heiligen der Stadt Mainz. Mit dem Bischof Theonestus wird der Diakon Albanus aus der Stadt Philippi vertrieben. Von Rom aus wird er nach Mailand zum Heiligen Ambrosius geschickt, dann zum Burgunderkönig Sigismund und schließlich in die großen Römerstädte Augsburg, Trier und Mainz. Überall tritt er als Wanderprediger gegen die von der Kirche verurteilte Irrlehre des Priesters Arius auf. In Mainz setzte man zwar den vertriebenen Bischof Aureus wieder ein, doch wird dieser von den Arianern - den Anhängern des Arius - abermals ergriffen und erschlagen. Albanus selbst wird im Jahr 406 während des Gebetes gefasst und enthauptet. Die Legende berichtet, wie er sein Haupt genommen habe, um es an die Stelle zu tragen, wo er begraben werden wollte. Als seinen eigenen Kopf tragenden Heiligen (Kephalophore) sehen wir Albanus auch über dem Hochaltar in unserer Pfarrkirche. Das über seinem Grab vor der Stadt Mainz errichtete Kloster wird 756 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Das Kloster wurde mehrfach zerstört. Ausgrabungen zwischen 1909-1911 haben mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Fundamente der ältesten Albanuskirche gefunden.
Der Arianismus gründet auf den Lehren des Priesters Arius aus Alexandria in Ägypten. Er lehrte, dass Jesus Christus nicht gottgleich, nicht wesensgleich mit dem Vater und nicht ewig sei, sondern (nur) das Vornehmste aller Geschöpfe Gottes, aber eben nur Mensch. Deshalb lehnte der Arianismus den Glauben an die Menschwerdung Gottes (Jesus ist ganz Gott und Mensch) und die Wesensgleichheit von Vater, Sohn und Geist (Dreieinigkeit) ab. Der Arianismus wurde auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) verurteilt, hat sich aber bei den germanischen Stämmen bis ins 6. Jahrhundert gehalten.
Ist Albanus ein moderner Heiliger? Das geistige Erbe des Arianismus findet auch heute Anhängerschaft, so etwa in den Lehren der Zeugen Jehovas über Jesus und die Heilige Dreifaltigkeit, ebenso auch bei denen, die an Gott glauben, aber nicht an Jesus Christus als den ewigen, Mensch gewordenen Sohn Gottes. Die Treue des Hl. Albanus zum überlieferten Glauben der Kirche ist auch für uns beispielhaft: Der Sohn ist Mensch geworden, um alle Menschen zu erlösen. So ist der heilige Albanus eine auch für die heutige Zeit interessante Gestalt.
Ansätze zu einer Neubelebung der Bruderschaft gab es in den letzten Jahren mehrfach. Pfarrer Heribert Stiegler und eine Vorbereitungsgruppe luden alle Mitglieder der Albanusbruderschaft sowie alle an der Bruderschaft Interessierten am 25. Januar 2004 zu einer Bruderschaftsversammlung ein. Nach einer kurzen Andacht in der Pfarrkirche St. Sebastian in Affaltern wurde im Pfarrhof von Pfarrer Heribert Stiegler ein Referat über die Geschichte der Bruderschaft gehalten. Gemeinsam wurde dann erörtert, wie eine Neubelebung der Bruderschaft aussehen könnte. Die Statuten wurden zeitgemäß überarbeitet und der Diözesanleitung zur Prüfung vorgelegt. Der Einzugsbereich der Bruderschaft reichte in den vergangenen Jahren sowohl in den Landkreis Dillingen als auch in die Stadt und den Landkreis Augsburg hinein. Das Bruderschaftsbuch verwaltete seit dem Tod von Dekan Brümmer Hans Koch.
Seit 1733 wurde der heilige Albanus in unserer Heimat besonders für kranke Kinder als Fürsprecher bei Christus angerufen. Deshalb verpflichten sich die Mitglieder der Bruderschaft für die Kinder und Jugendlichen zu beten und für alle Kranken um deren Heilung an Leib und Seele. Für jedes verstorbene Mitglied beten die Mitglieder der Bruderschaft fünf Vater unser und fünf Ave Maria. Die Namen der verstorbenen Mitglieder entnimmt man dem jährlich zum Albanusfest am 21. Juni herausgegebenen Bruderschaftszettel. Am Albanusfest 2005 wurde das neue Banner der Bruderschaft beim Festgottesdienst gesegnet, 2006 hat sich der Todestag des Heiligen zum 1600sten Mal gejährt. Die Bilder zeigen die Vorder- und Rückseite unseres Albanusbanners und das Albanusreliquiar aus der Pfarrkirche St. Sebastian.

Vorderseite Albanusbanner
Rückseite Albanusbanner
Albanusreliquiar